Lehrplanbezug
Diese Aktivität kann in Schulen verwendet werden, um folgende Fächer und Fertigkeiten zu unterrichten:
a) Grundschule
- Literatur- und Kulturerziehung
– verschiedene Formen kultureller Texte verstehen: Literatur, Theater, Film, Musik, visuelle und audiovisuelle Künste;
– Elemente von Theater- und Filmproduktionen identifizieren (z. B. Schauspiel, Regiearbeit, Bühnenbildgestaltung, Musik);
– Unterschiede zwischen einem literarischen Werk und seinen Adaptionen (Film, Bühne, Radio) erkennen;
– Texte in andere Formen übersetzen (z. B. Zeichnung, Drama);
– aufmerksam Filme, Konzerte, Theaterstücke und Sendungen für Kinder/Jugendliche ansehen. - prechen und Schreiben (Schüler*innen im Alter von 11–14 Jahren)
– kohärente Texte erstellen: Dialoge, Geschichten, Beschreibungen, Berichte, Briefe, Einladungen, etc.;
– ein Drehbuch basierend auf Buchauszügen oder eigenen Ideen schreiben. - Literatur- und Kulturerziehung (14+)
– ästhetische Werte in kulturellen Texten identifizieren;
– traditionelle Themen in der Popkultur (Filme, Comics, Lieder) finden. - Bildende Kunst
– Emotionen und Eindrücke in Kunst ausdrücken, die von der Realität, Musik oder Literatur inspiriert ist;
– reale oder imaginäre Ereignisse illustrieren und dabei die Künste mit anderen Schulfächern verbinden. - Sprechen und Schreiben
– Textinterpretationen präsentieren, die durch Argumente und persönliche/kontextuelle Bezüge gestützt sind.
b) Weiterführende Schule
- Sprechen und Schreiben
– Kritiken, Essays, Bewerbungen, Lebensläufe, Reden und Interviews schreiben. - Literatur- und Kulturerziehung
– nicht-literarische Texte mit angemessenen künstlerischen Codes interpretieren;
– zwischen Hochkultur und Popkultur unterscheiden; Meisterwerke von Kitsch unterscheiden. - Bildende Kunst
– Multimedia als Kombination aus Text, Ton, Grafik, Animation und Video verstehen;
– Bereiche identifizieren, die Multimedia verwenden (z. B. Kunst, Bildung, Unterhaltung);
– Medien-Tools kreativ nutzen, um kurze Videos, Präsentationen oder Fotoserien zu produzieren;
– Multimedia-Werke beschreiben und bewerten, die von einem selbst sowie von anderen erstellt wurden.
Über die Aktivität
Der Workshop engagiert junge Menschen in einer lebhaften Diskussion über den kulturellen Kanon. Er soll sie dazu inspirieren, Kultur zu untersuchen, und zeigen, dass Film einen wertvollen kulturellen Kontext bietet, der für die Abschlussprüfungen der achten Klasse und des Gymnasiums hilfreich ist (im polnischen Kontext). Die Teilnehmenden werden den kreativen Prozess analysieren, der geschriebene Werke – literarische Klassiker – in visuelle Narrative verwandelt. Die Aktivität betont, wie emotionale Resonanz, kulturelle Relevanz und innovative Storytelling-Techniken zur anhaltenden Anziehungskraft dieser Texte in neuen Formaten beitragen. Die Teilnehmenden werden auch lernen, die Treue und den kreativen Verrat (Neuinterpretation) von Adaptionen kritisch zu bewerten und wie sie die Klassiker für diverse Zielgruppen zugänglich machen.
Was Teilnehmende erhalten
- Kreativität und kritisches Denken stimulieren;
- die Fähigkeit zur Filmsprachenanalyse entwickeln;
- die Filmgeschichte lernen;
- die Prinzipien der Filmadaption und das Konzept der kreativen Neuinterpretation verstehen;
- analytisches Denken durch Vergleich von Quelltexten (Romanen) mit ihren Filmversionen verbessern;
- Fertigkeiten in der Bewertung kinematografischer Elemente wie Narrative, Symbolik und emotionale Wirkung.
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Was Pädagog*innen erhalten
Als Workshop-Teilnehmende:
- Kreativität und kritisches Denken stimulieren;
- die Fähigkeit zur Filmsprachenanalyse entwickeln;
- die Filmgeschichte lernen.
Als Workshop-Leiter*in:
- neue Methodologien, um Literatur interaktiv zu unterrichten;
- Einblicke in die Verbindung von Film- und Textanalyse in Lehrplänen;
- praktische Werkzeuge, um Schüler*innen mit einem Multimedia-Ansatz zu engagieren;
- technische Fertigkeiten der Schüler*innen nutzen (Filmschnitt, Schnitt-Werkzeuge auf Smartphones und kostenlose für Computer, Internetsuche);
- die gesamte Gruppe in kreative und kritische Aktivitäten einbinden;
- persönliche oder universelle Themen ansprechen;
- Unterrichtszyklen, die als außerschulische Aktivitäten, Interessensclubs, Filmclubs, Filmstudios, Kunstkurse etc. durchgeführt werden können.
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Ressourcen
Anforderungen an den Veranstaltungsort
- ein Raum mit Internetzugang, ausgestattet mit Lautsprechern, Projektor und Leinwand
Technik
- Laptops oder Handys mit Internetzugang und einfachen Schnitt-Werkzeugen (optional)
Materialien
- Papier für Notizen
- Filmausschnitte: Szenen aus Filmen wie Der Kurpfuscher (2023), Das Flüstern der Felder (2023), Die Akademie des Meisters Klex (2023), eine Auswahl von Video-Essays (optional)
- Auszüge aus relevanten Texten (z. B. Reymonts Das Flüstern der Felder oder Brzechvas Die Akademie des Meisters Klex).
Schritt für Schritt
Vorbereitung
(10–20 Std.)
(10–20 Std.)
- Wählen Sie Ihre Filmadaptionen und ordnen Sie sie ihren Quelltexten zu. Im polnischen Kontext umfassen Beispiele Anhelli (Regie Barbara Nałęcz-Nieniewska), Świtezianka (Regie Julia und Mai Bui), Zbrodnia i Kara (Regie Piotr Dumała).
- Entscheiden Sie, ob Sie eine kürzere oder längere Version des Workshops durchführen möchten. Der erste Teil konzentriert sich auf Filmadaptionen. Die zweite, längere Version (optional) erkundet Wege zur Verwendung moderner Ansätze zu Filmklassikern wie Video-Essays. Wenn Sie beide Teile des Workshops durchführen möchten, bereiten Sie Beispiele von Video-Essays vor (siehe Toolbox: Filmkanon-Präsentation) und kostenloses Schnittprogramm (CapCut).
- Workshop-Handouts mit vergleichenden Analyse-Rahmen vorbereiten (z. B. Treue, kreative Neuinterpretation).
- Technische Einrichtung Vorführungsausrüstung organisieren, Zugang zu lizenzierten Clips sicherstellen und zusätzliche Materialien wie Standbilder oder Zitate vorbereiten.
- Präsentationen und Materialien vorbereiten (siehe Toolbox für Inspiration).
Durchführung
(6 Std.)
Erster Workshop (Filmadaptionen): 2–3 Std.
Zweiter Workshop (Heutiger Filmkanon): 3 Std.
(6 Std.)
Erster Workshop (Filmadaptionen): 2–3 Std.
Zweiter Workshop (Heutiger Filmkanon): 3 Std.
Sie können wählen, beide Workshops oder nur einen davon durchzuführen. Sie können auch ihre Reihenfolge umkehren.
Erster Workshop: Filmadaptionen (2–3 Std.)
- Einführung (20 Min.)
– Die Bedeutung der Filmadaption bei der Modernisierung klassischer Literatur diskutieren.
– Schlüsselbegriffe wie kreativer Verrat, emotionale Resonanz und interkulturelle Übersetzung präsentieren.
– Methoden für die Arbeit mit Filmadaptionen in Schulen präsentieren. - Vorführung & Diskussion (60 Min.)
– Zentrale Szenen aus ausgewählten Adaptionen vorführen.
– Gruppenanalyse beim Vergleich der Filmszenen mit ihren literarischen Quelltexten moderieren.
– Diskussionsimpulse: Wie werden Charaktere und Themen verändert? Ruft die Adaption dieselben Emotionen hervor? Welche modernen Elemente werden hinzugefügt? - Praktische Aktivität (45 Min.): Teilnehmende erstellen ihren Adaptions-Pitch.
– Einen klassischen Text auswählen.
– Moderne Themen, Schauplätze oder Formate vorschlagen.
– Ein Storyboard oder eine Kurzbeschreibung für eine kurze Szene entwerfen. - Abschluss (15 Min.):
– Darüber reflektieren, wie Adaptionen kulturelles Erbe bewahren und erneuern können.
– Feedback sammeln, was die Teilnehmenden am ansprechendsten oder herausforderndsten fanden.
Zweiter Workshop: Heutiger Filmkanon (3 Std.)
Erstellen Sie eine Fallstudie basierend auf einem kanonischen Film aus Ihrem Land. Im polnischen Kontext schlagen wir Die unschuldigen Zauberer
(Andrzej Wajda, 1960) vor
- Diskussion (15 Min.):
– Diskutieren, was als Filmklassiker gilt.
– Kontext für die Produktion eines ausgewählten kanonischen Films aus Ihrem Land liefern.
– Diskutieren, wie der Film die Jugend seiner Zeit darstellt. - Vorführung und Praktische Aktivität (60 Min.):
– Anfangsszene des Films vorführen, der zu Ihrem nationalen Filmkanon gehört.
– Gruppenanalyse der Szene moderieren.
Diskussion:
• Was erzählt uns die Anfangsszene über die Hauptfigur?
• Welche Eigenschaften gehören zur Hauptfigur?
• Wie ist ihre finanzielle/soziale Situation?
• Filmform
– Teilnehmende stellen ihre eigene Filmidee über zeitgenössische Jugendliche nach folgenden Punkten zusammen (Einzelaktivität oder in Gruppen):
• Charaktere
• ihre Eigenschaften
• ihre finanzielle/soziale Situation
• Orte, die sie besuchen
• ihre Umgangssprache - Filmideen mittels Video-Essay präsentieren (90 Min.) – optional
– Ihre Beispiele von Video-Essays zeigen.
– Erklären, wie Teilnehmende ein kostenloses Schnittprogramm (z. B. CapCut) auf ihren Laptops oder Handys verwenden können.
– Teilnehmende erstellen kurze Video-Moodboards (bis zu 2 Min.) ihrer Filmprojekte mit einem Videoschnittprogramm und arbeiten mit legalen Video- und Musikdateien. Das kann eine Einzel- oder Gruppenaktivität sein.
– Teilnehmende präsentieren ihre Filmideen und Video-Moodboards.
Evaluation
(30 Min.)
(30 Min.)
- Feedback-Formulare: Formulare verteilen, um die Wirksamkeit des Workshops zu bewerten und Vorschläge zu sammeln.
- Projekte präsentieren: Pitches und Video-Essays von Teilnehmenden in einer galerieartigen Präsentation oder Video-Zusammenstellung teilen.
Filme zum Anschauen
Emil und die Detektive
Franziska Buch
Deutschland
2001
107'
Karlchen - Das große Geburtstagsabenteuer
Michael Ekbladh
Deutschland / Niederlanden / Schweden
2021
75'
Der Himmel über Berlin
Wim Wenders
Deutschland / Frankreich
1987
127'
Für alle zugänglich machen
Barrierefreiheit beseitigt Hindernisse und bietet mehrere Wege zum Verstehen, Bewegen, Hören und Wohlfühlen. Um Barrierefreiheit für Menschen zu gewährleisten, die taub, schwerhörig sind, Mobilitätsprobleme haben, kognitive Behinderungen, sensorische Empfindlichkeiten haben oder keine Muttersprachler*innen der Workshop-Sprache sind, stellen Sie sicher, dass Sie den Workshop auf eine klare und zugängliche Weise leiten (Untertitel, Gebärdensprachdolmetschen, Piktogramme). Gestalten Sie diesen durchgehend inklusiv: visuelle Hilfsmittel, angemessene Beleuchtung, bequeme Sitzgelegenheiten, Hörhilfen, benutzerfreundliche Werkzeuge, ruhige Umgebungen zur Vermeidung sensorischer Überlastung und geschultes Personal. Es ist wichtig, klare Zeitpläne im Voraus anzubieten, einfache Sprache zu verwenden, zusätzliche Zeit einzuräumen und bei Bedarf sichere, ruhige Räume zu schaffen.
Der Anmeldeprozess und alle Kommunikation (E-Mail, SMS) sollten ebenfalls unkompliziert und offen für Bewerbende mit besonderen Bedürfnissen sein.
Gedanken und Erfahrung
FÜR ORGANISATIONEN
Was Organisationen erhalten
Diejenigen, die mit Jugendlichen arbeiten:
- verbinden Sie sich mit jungen Teilnehmenden, lernen Sie ihre Ansichten über Kunst und Leben kennen;
- präsentieren Sie kulturelle Programmgestaltung, die moderne Sensibilitäten anspricht;
- fördern Sie interdisziplinäres Lernen durch Kombination von Literatur- und Filmstudien.
Diejenigen, die mit Lehrer*innen/Pädagog*innen/Animator*innen arbeiten: - Filmfertigkeiten in den Bereichen Filmanalyse, Filmsprache, Schnitt, Film- und Mediengeschichte verbessern;
- Expertenposition in der Filmpädagogik aufbauen;
- ein breiteres Publikum anziehen, von Pädagog*innen bis zu Kinobegeisterten.
Teamanforderungen
- 1–2 Workshop-Leiter*innen (eine Person pro Workshop; der Workshop kann mehrere Teile oder Sitzungen haben, für jeden wird eine*r Leiter*in benötigt)
- Organisationskoordinator*in (Finanzen, technische Aspekte, Werbung und Teilnehmer*innen-Rekrutierung), wenn der Workshop nicht in einer Schule stattfindet.
Finanzierungstipps
Wenn in Schulen durchgeführt:
- Schulmittel nutzen, die für zusätzliche Aktivitäten oder Filmclubs bereitgestellt werden (Zuschüsse oder Mittel der Eltern-Lehrer-Vereinigung).
- Dieser Workshop kann Teil von Literatur- oder Fremdsprachenunterricht sein (in diesem Fall keine Finanzierung erforderlich)
Wenn in anderen Umgebungen durchgeführt:
- öffentliche Institutionen in der Stadt oder im Dorf (finanziert aus lokalen Regierungsmitteln) können ihre eigenen Finanzierungsquellen nutzen oder Zuschüsse beantragen (z. B. staatliche Zuschüsse)
- Programmkinos, z. B. als Teil ihrer Bildungsaktivitäten im Europa Cinemas-Netzwerk oder in Polen im Verband der Programmkinos
- städtische oder nationale Zuschüsse von Nichtregierungsorganisationen
- die Workshops in das Programm lokaler Kulturzentren oder ähnlicher Institutionen aufnehmen, die ihre satzungsmäßigen Mittel für deren Umsetzung zuweisen können
Werbetipps
- einen Newsletter an die Organisationen/Pädagog*innen senden, mit denen Sie zusammenarbeiten;
- hervorheben, was Teilnehmende von Ihrem Workshop gewinnen, wie das Erstellen ihres eigenen Films, eine öffentliche Vorführung (falls relevant);
- Teilnehmende persönlich rekrutieren;
- Social Media Hashtags wie #FilmAdaptation #RevitalizingClassics verwenden;
- Schullehrer*innen direkt per E-Mail kontaktieren
- Anreize bieten, wie Teilnahmezertifikate oder eine Präsentation der Teilnehmer*innen-Projekte.
Ihr Publikum finden
Die Workshop-Teilnehmenden sind junge Menschen ab 12 Jahren oder Erwachsene, d. h. Lehrer*innen und Pädagog*innen. Es kann eine gemischte Altersgruppe sein.
Sprechen Sie Gymnasiast*innen, Studierende, Pädagog*innen und Kinofans an. Schaffen Sie maßgeschneiderte Sitzungen für Schulen oder Gemeindezentren, um die Zugänglichkeit zu fördern.



