Lehrplanbezug
Wir schlagen vor, dass Sie die Methodik in Schulfächer aus Bereichen wie Medienerziehung oder Kunst und Kultur einarbeiten. Sie kann auch in eigenständige Projekte, Seminare, Unterrichtsblöcke, Kurse und ähnliche Methoden integriert werden.
Die Schüler*innen werden lernen:
- wie man Medieninhalte nicht konsumiert, sondern versteht, analysiert, kritisch betrachtet und erstellt;
- die Grundlagen der Komposition und verschiedene Arten von Einstellungen in Bezug auf Größe, Winkel usw.;
- die Grundlagen der Verbindung von Einstellungen, der Schaffung einer Beziehung zwischen ihnen und wie man eine Idee durch Bilder kommuniziert;
- wie man mit einem Smartphone unter Verwendung einer Bearbeitungs-App filmt.
Über die Aktivität
Unabhängig davon, ob Sie Videos als einfache Momentaufnahmen erstellen oder Ihre Fähigkeiten im Bereich Videoproduktion verbessern möchten, vermittelt Ihnen dieser zweitägige Workshop einfache Tricks und Regeln, mit denen Sie die Filmsprache und die Kommunikation durch Bilder besser verstehen. Diese Fähigkeiten ermöglichen es, über sprachliche Barrieren hinweg mit verschiedenen Personengruppen in Kontakt zu treten und Erfahrungen und Gefühle über ein visuelles Medium auszutauschen.
Wir haben ein kurzes Quiz zusammengestellt, damit Sie Ihr Filmwissen nach dem Workshop testen können – schauen Sie es sich an!
Was Teilnehmende erhalten
- neue Fähigkeiten in der Videoproduktion
- Grundkenntnisse der Bildkomposition sowie der Einstellungsgrößen
- neue Erfahrungen beim Arbeiten mit Video und bewegten Bildern
- lernen, einfache Einstellungen zu einem kohärenteren Format zu kombinieren
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Was Pädagog*innen erhalten
- Grundkenntnisse der Kurzfilmproduktion
- eine Gelegenheit, Videoarbeit auf einem Smartphone zu machen
- Einblicke in aktuelle Trends bei Videos in sozialen Medien
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Ressourcen
Anforderungen an den Veranstaltungsort
- ein kinderfreundlicher Raum mit ausreichend natürlichem Licht
- ein Stuhl und Arbeitsplatz (Tisch) für alle Teilnehmenden
- ein Flipchart oder eine Tafel
- ein Platz für Verpflegung/Snacks (optional)
- ein Außenbereich in der Nähe des Veranstaltungsorts, wo Sie filmen können
Technik
- ein Projektor (TV, Monitor)
- ein Laptop (oder ein anderes Gerät zur Übertragung des Bildschirminhalts eines mobilen Geräts)
- Android- oder iOS-Smartphones, eines für jede*n Teilnehmende
- ein Fotostativ mit Handyhalterung (optional)
- die CapCut-App auf jedem Smartphone installiert
Materialien
- Schreibutensilien (Stifte, Bleistifte, Papier)
- Filmreferenzen (Tipps siehe unten)
Schritt für Schritt
Vorbereitung
(15 Min. und 30 Min.)
(15 Min. und 30 Min.)
Tag 1 (15 Min.)
- Sie benötigen einen Raum mit Tischen und Stühlen. Bereiten Sie Schreibmaterialien (Papiere, Stifte) auf den Tischen vor.
- Verwenden Sie die Hilfsmittel, um eine Tafel, ein Flipchart, ein Whiteboard vorzubereiten und einen Projektor mit einem Computer zu verbinden.
- Lassen Sie Ihre Teilnehmenden sich setzen, sobald sie ankommen.
Tag 2 (30 Min.)
Kommen Sie früh am Außenstandort an und erkunden Sie die Umgebung. Dies wird Ihnen helfen, den Teilnehmenden zu helfen, wenn sie später nach Einstellungen suchen. – 30 Min.
Durchführung
(2,5 Std. und 45 Min.)
(2,5 Std. und 45 Min.)
Tag 1 (2,5 Std.)
- Lernen Sie sich kennen. (TIPP: Ermutigen Sie alle, ein paar Worte über sich selbst zu sagen, beginnend mit Ihnen selbst. Sagen Sie Ihren Namen und warum Sie sich entschieden haben, den Workshop zu leiten. Fügen Sie eine Filmfrage hinzu, beispielsweise über Lieblingsfilme, Serien, Charakter usw.) — 10 Min.
- Stellen Sie den Workshop vor und beschreiben Sie seine verschiedenen Teile. Sie können auch das gewünschte Ergebnis beschreiben. (TIPP: Ein visueller Überblick hilft Kindern, den Fortschritt der Arbeit zu verfolgen.) — 5 Min.
- (OPTIONAL) Beginnen Sie mit einer kurzen Präsentation der drei Phasen der Filmproduktion (Idee, Entwicklung, Film). Sie können den Leitfaden im Toolbox verwenden. (TIPP: Das Ziel ist es nicht, die Teilnehmenden mit Wissen zu überwältigen, sondern sie nur auf die Komplexität des Films als kreative Aktivität hinzuwiesen. Sie können die Grundkonzepte an die Tafel schreiben.)
- Erklären Sie den Arbeitsablauf des ersten und zweiten Tages (Entwicklung) und erwähnen Sie Konzepte wie: — 5 Min.
- das Handy als Kamera,
- was ist eine Einstellung
- Einstellungsgrößen
- Einstellungskomposition
- Einstellungen kombinieren / der Kuleshov-Effekt.
- Was ist eine Einstellung? Bereiten Sie Beispiele vor, vorzugsweise eine abwechslungsreiche Auswahl von Filmstills. Streben Sie Variationen in Komposition, Farbe oder Art der Einstellungsgröße an. Das Ziel ist es, eine Filmeinstellung wie Wörter in einem Buch zu lesen. — 10 Min.
- Einstellungsgrößen. Erklären Sie die sechs Einstellungsgrößen und demonstrieren Sie sie. — 15 Min.
- Supertotale (extreme wide shot, EWS) — Betonung der Umgebung
- Totale (wide shot, WS) — Betonung von Charakter oder Objekt
- Halbtotale (medium shot, MS) — ein weiterer Teil von einem Charakter oder Objekt
- Halbnah (medium close-up, MCU) — rahmt eine Figur von Taille bis Schultern ein
- Großaufnahme (close-up, CU) — zeigt das Gesicht
- Detail (extreme close-up, ECU) — zeigt Detail des Gesichts
- Kurze Übung: Filmen Sie eine Figur oder ein größeres Objekt in allen sechs Bildgrößen. (TIPP: Betonen Sie die Notwendigkeit, ein größeres Objekt zu wählen, z. B. Stuhl, Tisch, Whiteboard. Bei kleinen Objekten kann die Nahaufnahmen-Komposition schwierig sein, besonders auf einem Smartphone.) — 10 Min.
- Evaluation der Übung. — 5 Min.
- Komposition — 3/4 geteiltes Bild, Raster und Goldener Schnitt. Sie können gerne Beispiele aus unserem Toolbox verwenden. — 10 Min.
- Kurze Übung: Filmen Sie ein Motiv/einen Charakter in zentraler und 3/4-Komposition. — 10 Min.
- Evaluation der Übung. — 5 Min.
- Einstellungen kombinieren. Bereiten Sie ein kurzes Filmbeispiel vor, das eine große Vielfalt von Einstellungsgrößen und Kompositionen verwendet. Betonen Sie die Notwendigkeit einer besseren Bildmontage auf der Grundlage einer Vielzahl von Aufnahmewinkeln und einer Kombination verschiedener Bildgrößen. — 15 Min.
- Einführung in die CapCut-App (Kamera -> Multishot). — 10 Min.
- Der Kuleshov-Effekt — erklären und Filmreferenzen zeigen. (TIPP: Versuchen Sie, den Kuleshov-Effekt (Link zum Toolbox) in kurzen Videos in sozialen Medien zu erkennen. Konzentrieren Sie sich auf Videos, in denen die Aufnahme einer Person, die in die Kamera schaut, von verschiedenen Gags oder bizarren Videos begleitet wird, z. B. @realadamrose auf YouTube.) — 10 Min.
- Übung: der Kuleshov-Effekt. Verwenden Sie CapCut zum Filmen: — 15 Min.
- Nahaufnahme einer Figur
- Aufnahme eines Objekts
- erste Aufnahme wiederholen
- Aufnahme eines anderen Objekts
- erste und dritte Aufnahme wiederholen
- Aufnahme eines anderen Objekts
- Zwei Regeln: die zwei Grundregeln für „fließenden“ Schnitt erklären. Einstellungen verbinden sich am besten, wenn der Unterschied zwischen folgenden Einstellungen sowohl in Größe als auch Winkel erheblich ist. Das bedeutet, dass beim Filmen eines Objekts/Charakters die zweite Aufnahme nicht aus dem gleichen Winkel und der gleichen Entfernung gemacht werden sollte. — 10 Min.
Tag 2 (45 Min.)
- Übung Nr. 1 — ein unbewegtes Objekt: Öffnen Sie die CapCut-App, navigieren Sie zu Kamera und stellen Sie Multishot (30s) ein. Nehmen Sie ein größeres Objekt in acht Aufnahmen auf und machen Sie die erste und letzte Aufnahme in EWS (Supertotale) oder WS (Totale). Stellen Sie sicher, dass die einzelnen Einstellungen, die aufeinander folgen, verschiedene Größen und Winkel aufweisen. — 20 Min.
- Übung Nr. 2 — ein Objekt in Bewegung: Filmen Sie acht Einstellungen einer Figur mit der CapCut-App: — 15 Min.
- Eine Person geht auf der Straße (MS).
- Die Person hält an und schaut etwas an (CU).
- Objekt (MS).
- Die Person schaut (CU).
- Die Person geht weg (WS).
- Die Straße (EWS).
- Abschluss, nach drinnen gehen. — 10 Min.
Evaluace
(30 min.)
(30 min.)
- Danken Sie allen für ihre Teilnahme und ihr Engagement. Wiederholen Sie Schlüsselpunkte und Regeln. – 10 Min.
- Bewerten Sie den Workshop. Fragen Sie die Teilnehmenden, was ihnen gefallen hat und was nicht, bitten Sie um Tipps, wie man es besser machen kann. – 20 Min.
Filme zum Anschauen
Workers Leaving the Factory (Dubai)
Ben Russell
United Arab Emirates
2008
8'
Für alle zugänglich machen
Um diesen Workshop durchzuführen, müssen Lehrkräfte sowie Teilnehmende wissen, wie man ein Smartphone benutzt. Dies kann eine Barriere für Kinder und Jugendliche sein, die kein Handy benutzen/nur ein einfaches Telefon verwenden. Stellen Sie in diesem Fall sicher, dass die Gruppen klein genug sind. Teilen Sie sie bei Bedarf auf, damit Kinder ohne Smartphones mit denen gruppiert werden, die welche haben. Auf diese Weise können sie zusammenarbeiten oder sich abwechseln.
Legen Sie die Ziele für den Workshop so fest, dass die Kinder die Aufgabe verstehen können. Die Einführung der CapCut-App ist essentiell. Gleichzeitig ist mit Problemen wie mobilen Datenlimits, vollem Telefonspeicher, Kindersicherung von Geräten usw. zu rechnen. Geografische Beschränkungen können sich auf Kinder auswirken, die Telekommunikationsdienste außerhalb Europas nutzen – so kann es beispielsweise bei einer in einem anderen Land registrierten Telefonnummer zu Problemen bei der Installation von Apps außerhalb dieses Landes kommen. Weisen Sie alle Teilnehmenden rechtzeitig darauf hin, die App herunterzuladen und vorab zu installieren (im Anmeldeformular usw.).
Gedanken und Erfahrung
FÜR ORGANISATIONEN
Was Organisationen erhalten
- die Möglichkeit, ein breiteres und jüngeres Publikum zu erreichen;
- einen Einblick in den Geschmack und die Kreativität junger Menschen.
Teamanforderungen
- Der Workshop erfordert eine Lehrkraft mit Grundkenntnissen in Videoproduktion, Fotografie und Smartphone-Bedienung. Falls sie die CapCut-App noch nicht verwendet haben, ist es eine gute Idee, sich vor dem Workshop damit vertraut zu machen oder eine andere App mit ähnlichen Videoproduktionsfunktionen zu verwenden.
- Falls die Teilnehmenden am Workshop Kinder mit besonderen Bedürfnissen (aus benachteiligten Gruppen) einschließen, ist es ratsam, eine*n Inklusionsassistent*in/Betreuer*in einzuladen, der*die sich vollständig der Gruppe widmet und sicherstellt, dass alle Kinder eine möglichst gleichberechtigte und vollständige Workshop-Erfahrung haben.
- Eine Person zur Produktionshilfe.
Finanzierungstipps
Berücksichtigen Sie die folgenden Ausgaben vor der Durchführung des Workshops:
- Vergütung der Lehrkräfte
- Vergütung der Inklusionsassistent*innen (falls relevant)
- Mietkosten des Veranstaltungsorts
- Ausrüstung
- Verpflegung (optional)
- Filmvorführungsgebühr
Das Thema des Workshops steht in direktem Zusammenhang mit audiovisueller Produktion. Wenn Sie eine Organisation sind, können Sie Mittel oder Zuschüsse von Institutionen in Anspruch nehmen, die Aktivitäten in der audiovisuellen Industrie unterstützen. Oder, falls es ein Filmfestival oder eine Präsentation in der Nähe gibt, könnte es eine gute Idee sein, sie zur Mitorganisation des Workshops einzuladen. Abgesehen von besserer Werbung kann eine solche Zusammenarbeit auch bei technischer Unterstützung helfen oder einen Teil der Ausgaben decken.
Werbetipps
- alle verfügbaren Kanäle nutzen (Website des Workshop-Organisators, soziale Medien, Newsletter oder E-Mail-Einladungen)
- ein Anmeldeformular erstellen
- den Workshop rechtzeitig im Voraus bewerben, um Menschen organisch zu erreichen
- bezahlte Werbung in sozialen Medien in Betracht ziehen (je nach Budget)
- in der Beschreibung klar sein, worum es im Workshop geht, wann und wo er stattfindet und für wen er ist
- eine Videoeinladung von der Lehrkraft oder einem Organisationsmitglied zwei oder drei Tage vor dem Termin veröffentlichen
- Flyer, Plakate, Radio- und Zeitungsanzeigen (auch online)
Ihr Publikum finden
Um Ihr Publikum anzusprechen, berücksichtigen Sie die Erwartungen verschiedener Gruppen in Verbindung mit aktuellen Trends. Jugendliche ab 12 Jahren könnten Interesse daran haben, im Workshop TikTok-Videos zu erstellen. Im Gegensatz dazu können sich Teenager interessieren, auch wenn ihre Erwartungen nicht erfüllt werden. Dennoch schadet es nie, mit Ihren Video-Referenzen im Trend zu bleiben: der Kuleshov-Effekt zum Beispiel wird bis zu einem gewissen Grad in Social-Media-Reels verwendet. Wenn Ihr Workshop für jüngere Teilnehmende ist, können Sie ihn bewerben, indem Sie Lehrer*innen, Schulleiter*innen oder Eltern kontaktieren. Bei jugendlichen Schülern ist es am besten, sich an ihre*n Klassen- oder Fachlehrer*in zu wenden, da sie direkten Einfluss auf die Schüler*innen haben. Der Workshop kann auch für Schüler*innen von Theater- oder Dramavereinen interessant sein. Direkte E-Mails sind auch eine Option. Zum Beispiel können Sie Vereine bitten, Ihre Anzeige in ihren regelmäßigen Newsletter an ihre Abonnent*innen aufzunehmen.


